Eine Jecklin-Disk ist eine schallabsorbierende Scheibe, die zwischen zwei Mikrofonen platziert wird, um einen akustischen "Schatten" von einem Mikrofon zum anderen zu erzeugen. Die daraus resultierenden zwei Signale können möglicherweise einen angenehmen Stereoeffekt erzeugen. Für diese Technik wird in der Regel ein passendes Paar von Kleinmembranmikrofonen mit Kugelcharakteristik verwendet.
Erfunden wurde die Technik von Jürg Jecklin, dem ehemaligen Cheftoningenieur des Schweizer Radios, der heute an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien lehrt. Er bezeichnete die Technik als "optimales Stereosignal" (OSS).
Jecklin Disc
Die Jecklin Disc hat einen ähnlichen Effekt wie ein Kunstkopf Mikrofon, indem der Aufbau unseren Menschilchen Kopf simuliert. Der Abstand zwischen den Mikrofonen entspricht etwa dem unserer Ohren, und der akustische Schatten der durch die Scheibe entsteht wirkt wie unser Kopf zwischen unseren Ohren.
Dadurch wirkt das Stereobild der resultierenden Aufnahme durch die zeitliche verzögerung durch den abstand der Mikrofone, der lautstärkeunterschied und dem abgedunkelten Klang der Scheibe bei reproduktion auf Kopfhörern fast so, als würde man selbst am Ort der Aufnahme sein.
Die Jecklin Disc in meinem Arsenal habe ich selbst entwickelt. Zum einsatz kommt sie vorallem bei Orgel Aufnahmen und kleineren Ensembles, da das besonders weite und angenehme Stereobild hier besonders natürlich klingen.